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Donnerstag, 6. August 2009

Cusco, die Zweite

Was haben Cusco und Bamboi gemeinsam? Die Taxis...lauter kleine Daewoo Tigos fahren hier rum. Hach, fuehle mich wie in der Zeit zurueck versetzt...nur, dass die Windschutzscheiben der Taxis net voller Spruenge sind und ich hier meinen Sitz weder mit Schaaf noch mit Huhn teilen muss.
Sonntag abend bin ich also erschoepft aber total gluecklich wieder in Cusco angekommen. Hab die Herberge gewechselt und bin jetzt im Hostal Frankenstein, dass von Ludwig, einem urigen Hessen, geleitet wird. Freudig begruesst wurde ich von Bruno, einem weissen Labrador mit Gewichtsproblemen und Luis, der guten Seele des Hauses. Ich hab dann hopp, hopp mein Einzelzimmer bezogen und bin aussergewoehnlich schnell eingeschlafen. Bruno ist net das einzige nicht-humane Lebewesen, es gibt da noch Martin, einen Leguan und Frankenfisch bzw. seine Frau, der Herr des Aquariums ist naemlich kuerzlich verstorben.

Das Hostal ist etwas eigen - auf eine sehr sympathische Art und Weise. Aber es ist vor allem persoenlich und ruhig und mit Familienanschluss. Und Deutsche Welle gibts hier - endlich wieder deutsches Fernsehen und NACHRICHTEN auf deutsch!!!!! Man glaubt gar net, wie sehr einem so Kleinigkeiten fehlen koennen.
Ich habe beschlossen einige Tage hier zu verweilen, um mal meinen Blog auf Vordermann zu bringen und mal etwas ruhiger zu machen. Es waren ganz schoen viele Ortswechsel in letzter Zeit. Also war abhaengen angesagt. Ich bin jeden Tag ein wenig spazieren gegangen, hab lecker Fruehstuecksbuffet im Le Nomade gehabt und bin nachmittags immer zum Buen Postor, einem Kaffe, das von Nonnen geleitet wird. Der Erloes geht an ein Kinderhilfsprojekt - also fett werden und dabei Gutes tun :). Auf dem Weg dorthin gings dann immer an eindeutig zweideutigen Massageangeboten vorbei, Frauen, die mir ihre Lamas fuer ein Foto gerne zur Verfuegung gestellt haetten und Kindern in traditionaller Kleidung mit Laemmchen auf dem Arm - natuerlich auch fuer Fotos. War mehr ein Spiessrutenlauf als entspanntes Windowshopping...
Joa...heute gehts dann weiter nach Chile. Erst nach Arica und dann wohl nach Iquique...Also, demnaechst aus Chile.

Mittwoch, 5. August 2009

Aguas Calientes y Machu Picchu

Am Samstag ging es also mit dem Sammeltaxi gegen 11h nach Ollantaytambo um von dort aus mit dem Zug nach Aguas Calientes zu fahren, Tor zum MP Massiv, im Backpacker-Abteil. Zugfahrt war super - landschaftlich - das Anstehen dafuer hat mir einen Vorgeschmack darauf gegeben, was mich in Aguas Calientes erwarten wird: Touris, wohin das Auge blickt. Aguas Calientes hat mich sehr an San Pedro de Atacama erinnert - teuer und alles auf Touristen ausgerichtet. Ich habe mich nach Ankunft schnell nach einer Unterkunft umgeguckt, hab auch eine fuer "guenstige" 50 Soles gefunden. Mit Flussansicht. Dann das Ticket fuer den MP gekauft -fuer mich mir ISIC-Ausweis nur 66 Soles anstatt 122 - und anschliessend das Ticket fuer den Bus fuer 14$ erstanden. Es ist jetzt nicht so, dass man in Aguas Calientes gross was machen keonnte. Den Namen hat das Staedtchen wohl von den heissen Quellen, die man geniessen kann, wenn man sich das Huegelchen hochschleppt - man kanns aber auch lassen. Letzten Endes isses nuescht weiter als ne Badeanstalt. Also, ich habs gelassen. Den Rest des Tages habe ich mit Kathy verbracht, einer Amerikananerin, die ich im Zug kennen gelernt habe. Sie ist Voluntaerin hier in der Naehe in einem Projekt fuer Frauen die Opfer von Haeusslicher Gewalt geworden sind. Abends waren wir noch nett Essen und im Gottesdienst - katholisch, wohl bemerkt, weil ichs aus Ghana so gewohnt bin. Nun ja, ich nutze die Zeit meistens zur Verarbeitung des Geschehenen - ich komm ja sonst kaum dazu, bei all den Eindruecken. Da ich meinen Wecker auf 4hr morgens gestellt habe, gings dann auch frueh zu Bett. Wieso 4hs? Weil diese bekloppten Touris, die den ersten Bus um 5:30 nehmen wollen, teilweise schon gegen 4hr anstehen - oder sogar campen. Und alles nur, um einer der ersten in der Schlange fuer den Huayna Picchu (Quechua: Junger Berg) zu sein, den nur 400 Personen am Tag besteigen duerfen um die sensationelle Aussicht auf den Machu Picchu (Quechua: Alter Berg) zu geniessen. Also, genau genommen gibts um 5:30 20 Busse - ich war dann in Bus Nr. 12, aber auch nur, weil ich mich um 4hr net aus dem Bett quaelen konnte. Also, angestanden fuer den Bus um kurz vor fuenf, dabei zwei Lichtensteinerinnen kennengelernt, Ellen und Monika - Wunder, Wunder. Die wohnen 25 Minuten von einander entfernt - also einmal quer durchs Land :). Sehr angenehm, die beiden. Ich sollte sie spaeter am Tag noch mal wieder treffen. Ich war dann gegen halb sieben endlich, endlich auf dem Berg - 2500m uebern Meeresspiegel. Dann schnell angestanden fuer den Huayna Picchu - 3600m uebern Meeresspiegel. 200 Personen duerfen um 7hr hoch, 200 um 10hr. Die 10hr Schicht war schnell voll, da man es sich aussuchen durfte, ich war dann #197 fuer die 7hr Schicht. Mehr Glueck als Verstand :), wusste allerdings net genau, ob ich mich darueber freuen sollte, da der nette Anweiser mir gezeigt hat, welchen Berg ich in wenigen Minuten erklimmen wuerde...So, nun mal kurz was zu den Inkas und zum MP. Hiram Bingham, seines Zeichens Yale-Dozent und Abendteurer, machte sich 1911 auf die Suche nach der letzten Inka-Haupstadt. Er wurde dabei von einem Bauern zu den im Urwald verborgenen Ruinen auf dem Berg Machu Picchu gefuehrt - die Stadt heisst also so, wie der Berg. Mit Hilfe seiner Universitaetsverbindungen und dem Magazin National Geographic brachte es er so zu Weltruhm und ließ sich als Entdecker feiern. Heute besuchen jeden Tag in der Hochsaison etwa 2.500 Besucher die Ruinen. Der Klassiker ist der sogenannte Inkatrail, der ueber vier Tage auf alten Pfaden nach Machu Picchu fuehrt. Der ist allerdings bis Oktober ausgebucht, da es seit ein paar Jahren eine Limitierung von 500 Personen fuer den Wanderweg gibt. Zufaelligerweise trifft diese Regulierung zeitlich mit der Privatisierung der Bahn zusammen, die eine horrende Preissteigerung nach sich zog und nun mehr Leute den teuren Zug nach Aguas Calientes nehmen muessen. Ich habe mich ja anfangs auch dafuer interessiert, allerdings hat mich der Preis (und die Strapazen und die Hoehe und das fruehe Aufstehen....) von den ab 400$-teuren Trails abgeschreckt. Fuer das Geld kann ich in einem Monat durch ganz Peru und Bolivien reisen...also, wenn ich den MP auslassen wuerde ;).
Die Inka waren keine eigene Volksgruppe, sondern bezeichnet die Jahrhunderte alte Dynastie einer Koenigsfamilie. 13 Inka-Koenige sollen geherrscht haben. Sie hatten ueber 200 Ethnien unterworfen und ihr Imperium erstreckte sich in seinem Hoehepunkt von Quito, ueber ganz Peru, der Haelfte Boliviens, den Norden Argentiniens bis nach Santiago de Chile. Da sich keine Schriftsprache erhalten hat, beruhen alle Infos, die man hat, auf Ueberlieferungen. Nur die Lautsprache Quechua hat sich langfristig manifestiert und wird noch heute von einigen Volksgruppen gesprochen. Laut Guide, den ich eine Weile belauscht habe, geht allerdings auch die Sprache langsam verloren bzw. vermischt sich stark mit dem Spanischen.
Die Ruinen des Machu Pucchu liegen hoch in den Bergen in einem der unzugaenglichsten Teile der Anden, unsichtbar vom Tal aus und so auch fuer die Spanier. Es wird davon ausgegangen, dass die Stadt ein geheimes Refugium für die herrschenden Inkas, die Adligen und ihre Familien waren. Es sollen Tausende Menschen ueber drei Generationen, also etwa 150 Jahre, an dem Bauwerk hoechster architektonischer Finesse gearbeitet haben. In der Stadt, in der bis zu 500 Personen gelebt haben muessen, konnte vollkommen autark existieren. Es gab Militaer, das den einzigen Eingang zu Stadt verteidigen sollte, einen Sonnetempel fuer zeremonielle Anlaesse, erhabene Koenigsgemaecher, und eine astronomische Beobachtungsstation mit einer Sonnenuhr, dessen Zeiger aus der Spitye des Machu Picchu Massiv gemeisselt worden war. Mais und Kartoffeln wurden auf eigene Terrassen angebaut, Fruechte kamen zusaetzlich aus den tropischen Taelern und die kuenstlich angelegte Wasserversorgung wurde aus einer Quelle des Berges gespeist. Der Druck des Massivs presste naemlich das Wasser aus den unterirdischen Seen hoch. Doch mit dem Untergang der Inkadynastie geriet die Stadt in Vergessenheit und die Natur holte sich zurueck, was ihr gehoerte, bis Bingham sich aufgemacht hat, in die Geschichte einzugehen. Die 40.000 Fundstuecke von Machu Picchu sind heute nicht etwa nationales Kulturerbe Perus, sondern lagern im Museum der Universitaet von Yale.
Schluss mir dem kleinen Exkurs. Ich also hoch auf den Huayna Picchu, der damals mal eine Sternenwarte war, deswegen stehen da auch noch Ruinen drauf, was nix fuer Leute mit Hoehenangst ist. Es gab kaum Sicherungen und man hatte den Abgrund immer vor Augen. Dieses mal war es allerdings net die Hoehe, die mir die Luft abgedreht hat. Alter Schwede, war das anstrengend. Gute 90 Minuten habe ich benoetigt und das Wasser ist mir nur so die Stirn runter geflossen, aber es hat sich gelohnt!

Ernst war auch mit :)

Ich dachte ja, dass ich nach dem Aufstieg das Schlimmst hinter mir haette. Das war vor dem Abstieg...weil: da guckt man nach unten...den ersten Teil bin ich auf allen Vieren runter, danach ging es einigermassen. Ich war echt froh, dass ich um 7hr hoch bin, bei der Hitze um 10hr hoch...neeeeeee. Stunden habe ich auf dem HP verbracht und habe mich dann gegen 11hr erschoepft auf der Familienwiese niedergelassen.

Auf dem gesamtem MP-Gelaende laufen Lamas rum zur Rasenpflege. Ich wollte natuerlich ein Foto mit einem diese pussierlichen Tierchen und hab mir als Motiv Sergio ausgesucht, einen halbwuechsigen Lamabullen (oder nennt man das in dem Fall Bock? Na, maennlich war er). Sergio war von der Photosession net sooo begeistert und wurde ungeduldig und fing mitten drin an, zu knurren. Um gezielten Speichelauswurf zu vermeiden, habe ich respektvoll Abstand gehalten.
Nach drei Stunden umsehen habe ich mich dann wieder auf den Weg nach Aguas Calientes gemacht um den Zug um kurz nach fuenf zu erwischen. Ellen und Monika habe ich unten wieder getroffen und mit ihnen ein wenig geplaudert und gegessen. War insgesamt ein super Tag und Hoehepunkt meienr Suedamerikareise. Jetzt kann ich mich getrost auf nach Australien machen ;). Na ja, vorher noch Sylle in Santiago besuchen und der Guido ist auch da :).

Montag, 3. August 2009

Cusco - Peru

Donnerstag morgens, zu ner Zeit, zu der ich net mal meinen Hund vor die Tuer schicken wuerde, sind wir also erschoepft mit dem Nachtbus von Copacabana ueber Puno in Cusco angekommen. Wir hatten es nicht besonders schwer, ein Taxi zu bekommen, wobei es umso schweiriger war, einen fuer uns fairen Preis zu betzahlen...10 Soles (4.5 Soles sind ca. 1€), normal sind 5 Soles. Als wir dann an unserer Herberge, dem Loki Hostal, einer Partybuzze, wie ich sie nich nie gesehen habe, angekommen sind, hat der Kerl uns noch beschissen und hat Claire 20 abgenommen, weil er kein Wechselgeld hatte bzw. von hinten gedraengelt wurde und er somit schnell, schnell verschwunden ist.
Das Loki ist ne Kette, die auch Hostals in Lima und La Paz unterhaelt, dementsprechend unpersoenlich ist es dort auch und mir war spaertestens nach den 7 Stunden Warterei auf unser Zimmer - wir sind naemlich um 5h angekommen - klar, dass ich hier net alt werde. Aber ne super Aussicht gabs da, die ich mir auch 6 Stunden im Halbschlaf sehr genau angeguckt habe.
Nach Bezug unseres Dorms hab ich mich dann mit Waesche waschen beschaeftigt und schlafen. Am Freitag gabs nen Stadtrundgang, der sich allerdings per pedes auf den Stadtkern konzentriert hat. Ist hier ein bisschen wie La Paz, nur kleiner - so vom auf und ab her. Danach haben wir am Plaza de Armas, dem Hauptplatz hier, einen kleinen, als altmodischen Zug verkleideten Bus entdeckt, mit dem man ne einstuendige Stadtrundfahrt machen konnte - ist auch beqeuemer als laufen :).
Cusco ist ein recht schoenes Stadtchen, liegt auf knapp 3500m, ist seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Hier und da kleben an den Haeuschen noch Bolkone im Kolonialstil und Reste aus der Inkazeit kann man auch entdecken. Teilweise wurden die Gebaeude damit erbaut, nachdem die Spanier im religioesen Wahn alles nicht-christliche kaputt gehauen haben. Eine dieser Reste ist eine alte Mauer, in der es einen Stein gibt, der 12 Ecken hat...totaler Anziehungspunkt fuer Touristen, was ich net recht verstehen kann, denn wenn ich lang genug auf ner Steinplatte rumhaue, dann koennte die auch 12 Ecken haben (neue Geschaeftsidee, falls ich keinen Job finde, scheint hier ja zumindest zu funktionieren...).
Oberhalb Cuscos gibts den Christo Blanco, von wo aus man eine super Aussicht runter auf Cusco und die umliegenden Berge hat und ein bisschen Rio-Feeling gibts noch dazu. Auf dem Rueckweg nach Cusco kommt man an der alten Inka-Festung Sacsayhuaman vorbei, die heutzutage leider nur noch bruchteilhaft erhalten ist. Hab ich mir nur ausm Bus angeguckt, weil ich mich geweigert habe, das 35€ teure Touristenticket zu besorgen. Das ist wohl bemerkt nur fuer die Ruinen. Unsere Freunde mit dem Kreuz auf dem Dach haben das gleich mal kopiert - wenn man sich dann noch die Kirchen angucken moechte, dann muss man noch mal tief in die Tasche langen. Hab ich boykottiert! Bin nur wegen des Machu Picchu (MP) hier, aus Ende.
Der Rest des Tages ist easy ausgeklungen. Ich hab noch Organisatorisches fuer den MP erledigt und mich etwas belesen. Wir haben noch zwei Englaenderinnen kennen gelernt, bzw. eine kam aus Jersey, der groessten Aermelkanal-Insel. Die haben da sogar ihr eigenes Geld und Steuerparadies isses noch dazu.
Ich hab mich abends noch auf meinen Grossen Tag am Samstag vorbereitet - Machu Picchu, here I come!!!! Allerdings bin ich alleine Richtung Inka-Ruine, da Claire unpaesslich war, bzw. eigentlich zum MP laufen wollte - da gibts so Trails fuer nen heiden Geld....250 US-Oeken fuer zwei Tage...die haben doch net mehr alle Muetzen aufm Kopp! Letzten Endes hat sie sich wegen ihres Gesundheitszustandes gegen das Laufen entschieden, allerdings war mein Zug am Samstag schon voll, weswegen sie den am Sonntag genommen hat.
Hat alles ganz schoen was an Kohle gekostet - trotz alternativer Zugfahrt....Sie wissen schon, wie sie die fetten Touri-Milchkuehe melken koennen. Man goennt sich ja sonst nuescht...

Isla del Sol, Titicaca

Frueher - also, als ich noch klein und dumm war - habe ich mich ja immer ueber den Titicaca See lustig gemacht. Nun habe ich gelernt, dass Titi nuescht mit der weiblichen Oberweite zu tun hat und Caca nix mit dem, was es jetzt bei euch assoziiert...Wobei ich bei meinem Ausflug in die Salar de Uyuni eine Toilette gefunden habe, wo fuer die dummen Touris drauf geschrieben wurde, was wo rein gehoert - wohlbemerkt gabs da eine handelsuebliche Toilettenschussel mit Pfeilen fuer Caca und Pipi drauf. Wusste net, das die Bolivier anatomisch anders gebaut sind, dass so etwas von Noeten waere. Nun gut, reisen bildet ja. Also, am letzten Mittwoch sind Claire und ich frueh morgens auf die Isla del Sol gefahren, zum noerdlichen Teil der Insel, zur Stadt Cha'llapampa, um uns von dort aus zum suedlichen Teil der Insel durchzuschlagen, wo wir dann gegen halb vier wieder abgeholt werden sollten. Wir haben uns eine kleine Tour gegoennt, damit wir ueberhaupt eine Ahnung davon bekommen, was wir uns da so angucken. Also, laut Mythos ist die Sonneninsel die Gehurtsstaette der Inkas. Hier soll der Inka Sonnengott Inti seinen Sohn Manqu Qhapaq und seine Frau Mama Ocllo auf einem Felsen niedergelassen haben. Manqu war der erste Inka Koenig. Also, der Ort an dem das geschehen sein soll, ist nahe der Inka Siedlung und ist ein Stein in Form eines Puma-Kopfes - also Titi :). Nach diesem Felsen wurde der See benannt - Titi fuer Puma und Carca (nicht Caca) fuer Stein. Ist allerdings net in der Sprache der Inkas - Quechua - sondern in der Sprache der Ureinwohner dieser Insel. Titi heisst naemlich auf Quechua "Blei". Das Ganze fand auf 3970 Metern ueberm Meeresspeigel statt - knapp 230 m uebern Titicaca See. An diesem heiligen Ort wurden wir danach dann auch in die Feinheiten der Inka-Anbetungs-Zeremonien eingefuehrt, sprich: da war ein Tisch aufgebaut und ein uns als Art offiziell beglaubigter Inka-Zeremonienmeister mit Pudelmuetze hat uns erklaert, dass vier mal im Jahr geopfert wird - jeweils am 21. Maerz, Juni, September und Dezember fuer die etwaigen anbetungswuerdigen Erdentiere - Puma, Condor, Lama, Schlange. Heute wird das aber nur noch mit Suessigkeiten in Form von Lama und Co. gemacht. Schoen bunt.
Danach gings in die Siedlung, die nur noch aus Mauern, Fenstern und Tueren besteht und dann schnell, schnell Richtung Sueden, zur Stadt Yumani. Auf dem Weg mussten wir dann noch zwei mal bezahlen - einmal, um in den Zentralteil der Insel zu gelangen und einmal, um in den suedlichen Teil der Insel zu gelangen. Ein Vorgeschmack auf Peru...War net so doll, der Spaziergang. Unser Guide meinte noch, dass es nur 3 Peaks waeren und wir ca. 2,5 Std brauchen wuerden. Nach dem ersten Peak dachte ich, dass wir die Peaks jetzt hinter uns haetten, da der sich naemlich in 3 Peaks unterteilt hat - Pustekuchen. Die Enttaeuschung war gross, als ich nach dem ersten Peak dann zwei weitere, noch hoehere Peaks entdeckt habe. Wie Ameisen sind wir dort hochgekrochen. Einige Verrueckte haben sich herausgefordert gesehen und haben den ersten Berg im Laufschritt erklommen - allerdings nur den ersten ;). Ich hab mich also auf mittlerweile ueber 4000m ueber die Insel geschleppt. War net sooo lustig und im Nachhinein waere es wohl besser gewesen, haetten wir eine Nacht auf der Insel verbracht, damit wir net so haetten hetzen muessen. Es ist echt nicht angenhem sich anstrengen zu muessen, wenn die Luft soooo duenn ist. Gut, man muss auch dazu sagen, dass es eben die Anden sind, in denen ich mich befinde und net der Harz. Die sind ja auch eigentlich sehr schoen, waeren sie net so hoch....Hier habe ich meinen Entschluss gefasst, auf gar keinen Fall zum Machu Picchu zu wandern. Das endet in einem Herzinfarkt...
Also, wir sind dann kurz nach drei total verschwitzt und kaputt am Pier angekommen, haben und ins Boot gesetzt und nicht mal die Floating Islands (Inseln aus Schilf, von Menschenhand erbaut, eigentlich eine Sehenswuerdigkeit in Puno, aber hier gibts nun auch welche), an denen wir vorbei gekommen sind, haben und davon ueberzeugt, uns von unserem Sitzplatz zu erheben. Gegen fuenf waren wir dann wieder in Copacabana und unser Bus, der uns zur peruanischen Grenze bringen sollte und im Anschluss nach Cusco, ging um halb sieben - also voll enspannt.
Der Grenzuebergang war relativ emotionslos, haetten wir net unseren Pass vorzeigen muessen, waere uns gar net aufgefallen, das wir in einem anderen Land sind.